Alexandra ist Ärztin, Naturliebhaberin und Mutter von zwei Töchtern. Sie fährt jeden Tag 40 km zur Arbeit hin und zurück, weil sie an nachhaltige und erneuerbare Energien glaubt, freundlich zur Natur ist und ihren Kindern einen sauberen Planeten hinterlassen möchte. Wir haben uns mit Alexandra getroffen, um über das Radfahren zu sprechen und ihre Fahrten mit ihrem Ampler Stellar durch die Straßen und Vororte Berlins zu verfolgen.


Erzähle uns etwas über dich

Ich bin Chirurgin, habe 2 Töchter und einen Mann, mit denen ich Beruf, Familie und Privatleben prima genießen kann. Ich bin schon immer gerne Fahrrad gefahren und habe in den ersten Jahren in Berlin versucht, die verschiedenen Arbeitswege mit verschiedenen Verkehrsmitteln zu bewältigen: Auto, Motorroller, U-Bahn und S-Bahn. Immer wieder habe ich auch das Fahrrad genommen, was aber durch die langen Distanzen in Berlin und auch die fehlenden (sicheren) Fahrradwege für mich zu beschwerlich war.

Ich habe einige Jahre in Münster gelebt, dort habe ich alles mit dem Fahrrad gemacht. Es gibt dort einen Extra-Fahrradweg, die Promenade, die einmal ringförmig um die Innenstadt führt. Außerdem sind die Autofahrer dort an die vielen Fahrradfahrer gewöhnt und fahren meistens entsprechend umsichtig. Als ich dann erst nach Hamburg und später nach Berlin kam, war das Fahrradfahren für mich plötzlich nicht mehr so easy. Die Großstädte schienen mir reine Auto-Städte zu sein, in denen Fahrradfahrende immer der Gefahr ausgesetzt waren, übersehen zu werden.

Bis ich 2018 das Ampler entdeckt habe. Der Vorteil ist, dass ich nun auch meinen Arbeitsweg von 20 km so gestalten kann, dass ich überwiegend kleine Straßen, autofreie Wege und Umwege nutzen kann, da das Radfahren jetzt einfach nur noch Spaß macht und nicht mehr so anstrengend ist.

Was ist deine Geschichte des Fahrradfahrens?

Mein erstes Fahrrad war ein rotes Damenrennrad, ich war sehr stolz und bin es sicher 10 Jahre lang gefahren. Ich bin mit 16 Jahren von der Stadt aufs Dorf gezogen. Von da an musste ich jeden Tag durch einen langen, ungeschützten Feldweg 5 km zur Schule fahren. Ich fand es damals schrecklich, gefühlt hatte ich immer Gegenwind und geregnet hat es auch dauernd.

Tatsächlich fand ich es dann sehr gut, dass meine Freunde und Freundinnen nach und nach Autos hatten, in denen ich mitfahren konnte. Zum Studium wurde das Fahrrad wieder mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel, vor allem weil es in Münster die passende Infrastruktur gab. So habe ich mich wieder mit dem Radfahren versöhnt, trotz Gegenwind. 

Jetzt, nach einem Jahr mit meinem Ampler träume ich von einer ganz langen Reise mit dem Fahrrad: von Berlin aus immer Richtung Osten und immer über den Landweg, abwechselnd mit dem Rad oder mit dem Rad im Zug. Slow travelling, so kann man wirklich alles sehen und richtig erleben. Oder eine Reise um die ganze Welt. Das dauert sicher 2 Jahre. Ein Flugzeug habe ich mittlerweile seit 8 Jahren nicht mehr benutzt.

Weshalb hast du dich für ein Ampler E-Bike entschieden?

Meine Freundin hat mich überredet, ein E-Bike auszuprobieren. Wir sind einen Tag durch die Stadt gefahren und haben unglaublich viele Orte und Wege gesehen in sehr kurzer Zeit. Alle Vorteile des Radfahrens konnten wir genießen: Fahrtwind, Rund-Um-Blick, Bewegung, Stehen bleiben wo man will. Die Nachteile wie „schweres Anfahren an der Ampel“, „gegen den Gegenwind ankämpfen“, „so langsam fahren, dass die Autofahrer hinter einem anfangen zu hupen“ waren hingegen nicht mehr vorhanden. 

Von da an habe ich mich auf die Suche nach einem passenden E-Bike gemacht. Das war gar nicht so einfach, denn das schwere Rentner-City-E-Bike kam für mich nicht in Frage. Auch die Massenprodukte der großen Fahrradhändler, die den aktuellen E-Bike-Hype bedienen wollen, hat mich nicht überzeugt. Ich gebe zu, dass dieses Fahrrad auch ein Zeichen meiner persönlichen Einstellung zum modernen Handel und Umgang mit Ressourcen darstellen sollte. 

Ein Freund schickte mir dann ein Foto vom roten Stellar, nachdem ich ihm von meinem roten Traum-E- Bike vorgeschwärmt hatte. Er hatte es zufällig im Internet gefunden. Das war es dann: Ein paar begeisterte Fahrradmechaniker aus Tallin stellen ein E-Bike her, das sportlich und elegant aussieht und so gar nichts mit diesen schweren, klobigen Rädern zu tun hat, die man sonst so sieht. Ich fand es sofort super-cool. Außerdem fand ich den Direktvertrieb ohne Zwischenhändler gut.

Was sind deine Erfahrungen mit Ampler?

Ich fahre seit August 2018 mit meinem Stellar zur Arbeit und bin glücklich damit. Auto oder der S-Bahn sind keine Alternativen mehr für mich. Mal davon abgesehen, würde ich mit dem Auto täglich im Stau stehen und über die Zuverlässigkeit der S-Bahn in Berlin brauche ich wohl nichts zu erzählen.

Die Hälfte meines Weges führt durch die Stadt, die andere Hälfte durch Kleingartenverein und Feldwege, in denen kaum ein Mensch unterwegs ist. Die passende Kleidung fürs passende Wetter ergibt sich mit der Zeit, ich muss nicht in den Outdoorladen und Funktionskleidung kaufen, aber für den Winter habe ich mir dann doch schon eine Art Schneehose zugelegt. Frieren mag ich nämlich gar nicht. 

Mein Stellar ist zuverlässig und jedem Untergrund gewachsen, ob Parkweg am See entlang oder sandige Abschnitte im Feld. Mittlerweile treffe ich an bestimmten Stellen immer dieselben Menschen, die ihren Hund ausführen oder ihre tägliche Sportsession im Feld oder am Fitnessgerät im Park absolvieren. Auch andere Fahrradfahrer sprechen mich manchmal auf mein Rad an und sind überrascht, dass es sich um ein E-Bike handelt. 

Wie passt Ampler in deinen Alltag?

Morgens trage ich mein Rad aus der Wohnung auf die Straße, hänge meine Tasche ein und fahre los. Am Abend trage ich es wieder in den dritten Stock und lade es im Wohnzimmer auf. Die 5 Minuten fürs Tragen nehme ich gerne in Kauf, wenn ich daran denke, dass andere 30 min lang einen Parkplatz suchen. Gäbe es für mich eine sichere Unterstellmöglichkeit auf der Straße, wäre das natürlich genial, aber da stehen ja schon die vielen Autos. 

Ich muss nicht superschnell fahren, aber ich bin schon relativ fix bei 25 km/h und trete dann auch noch fester, wenn ich Lust habe und der Weg geeignet ist. Verzögerungen ergeben sich nur, wenn ich an den Ampeln die unzähligen Autos vorlassen muss. 

Ich denke oft daran, wie es wäre, wenn alle in der Stadt Fahrrad fahren würden. Es würde ja auch schon ausreichen, wenn nicht alle jeden Tag ins Auto steigen würde. Es wäre schön, wenn Berlin sich ein Beispiel an Fahrradstädten wie Münster, Amsterdam und Kopenhagen nehmen würde, dann wäre unser Berliner Alltag um ein vielfaches angenehmer, sauberer und stressfreier. Das wünsche ich mir für mich und meine Kinder. Und für Greta.